Meine Zeit in Kuwait

Über

Hallo Freunde!

Ja, ich bin heute (22-11-2013) den ersten Tag in Kuwait und so wie es aussieht werde ich jetzt einige Jahre auch hier verbringen.
Im Laufe meines Aufenthaltes werde ich versuchen meine Eindrücke und Erfahrungen niederzuschreiben. Ich selbst komme aus Wien und werde die nächsten Jahre in Kuwait in Sabah Al Salem verbringen.

Aja, ich schreibe zum ersten Mal in meinem langen Leben einen Blog, also verzeiht mir so ein paar kleine Fehler.

Viel Spaß beim Lesen! 

Christian

Alter: 53
 


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Blog

Taxifahren und Radikalisierung

Heute hatten wir kühle 10°C in Kuwait. Ich denke es ist hier nicht viel Wärmer als in Österreich.

Grundsätzlich gibt es überall Taxis und es ist kein großes Problem ein Taxi auf der Straße aufzuhalten. Ich musste um 5 Uhr weg und um diese Zeit gab es wirklich kein Taxi auf der Strasse. Ich rief die Taxinummern an, aber die Ansprechpersonen konnten nur arabisch. In der Nähe gab es einen Sultanmarkt. Einer der Mitarbeiter Sprach mit der Taxivermittlung und ich war gerettet. Der Sultanmarkt ist hier durchgehend offen. Vernünftiger wäre es einen vertrauenswürdigen Taxifahrer vorab zu informieren.

Ich sprach mit einem Araber über die islamistische Radikalisierung. Er erzählte mir, dass es gemäßigte Länder und natürlich auch extremistische arabische Länder gibt. Zu den gemäßigten und ausländerfreundlichen Ländern zählte er Kuwait, VAE und Bahrain. Als die radikalisten und ausländerfeindlichen Länder stufte er Irak, Syrien, Saudi Arabien und Agypten ein. Ich weiß es nicht. Die einzige Aussage die ich treffen kann ist, dass die Araber hier in Kuwait sehr ausländerfreundlich sind und ich nicht das Gefühl habe, dass ich in Gefahr bin. Ich werde sehr respektvoll und freundlich behandelt.

 

kuwait am 8.1.14 21:56, kommentieren

Weihnachten in Kuwait

Heute hat es 18°C. Wie jedes Jahr bin ich in die Christmette in die Kirche gegangen, aber diesmal in Kuwait. Es gibt 3 kath. Kirchen in Kuwait. Diese Kirchen wurden durch den kuwaitischen Emir als Geschenk an den Vatikan erbaut. Ich war in der grössten Kirche in der auch der Bischof ansässig ist. Gott sei Dank war ich vorher dort und bekam einen Sitzplatz. Die Kirche war bis auf den letzten Stehplatz vollgefüllt und außen gab es noch Plätze mit Display, um die Messe mitverfolgen zu können. Die Liturgie ist praktisch gleich wie in Österreich, aber in englischer Sprache. Die Lieder waren komplett neu für mich, aber sehr rhytmisch zum Mitsingen. Stille Nacht, heilige Nacht gab es am Ende aber doch noch. Glaubensbekenntnis und Vater unser konnte ich wiedererkennen. der Text ist ähnlich, aber nicht ident. Eine spannende Frage war für mich wie management man soviele Leut bei der Kommunion. Ich kenne das wie es in Österreich ist. Alle Leute stürmen nach vor und der Pfarrer quält sich bis zum Letzten durch. Hier gab es aber keinen Platz, also ich war gespannt wie das gelöst wird. Ich war mehr als erstaunt als ich diese Disziplin der Leute gesehen hatte. Voller Respekt, oder man merkt das Engländer über lange Zeit ihre Mentalität geprägt haben. Die erste Reihe geht zur Speisung und kommt zurück. Erst dann kommt die zweite Reihe, usw. sehr, sehr diszipliniert. Es gab nie Chaos. Diese starke Händeschüttelei wie bei uns ist hier nicht üblich. Am Ende der Messe wünschen sich die Menschen eine gesegnete Weihnacht. Eigentlich habe ich es hier sehr harmonisch und weihnachtlich empfunden. Die Mehrzahl der Besucher dürfte eine indische Abstammung haben.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kulturellen Leckerbissen erzählen. Wie trinkt man richtig einen kuwaitischen Kaffee. Der Kaffee schmeckt anders als bei uns zuhause. Er hat einen stärkeren Gechmack (wie Alkohol, aber nicht richtig) und ist wesentlich dünner. Der Gastgeber schenkt ca. 1/4 des Gefäßes ein. Schenkt er mehr ein bedeutet das, dass man ausdrinken soll und gehen soll. Ich als Gast trinke aus und schwenke das leere Gefäß leicht hin und her. Das bedeutet, dass ich nichts mehr will, andernfalls wird wieder eingeschenkt. Die Kuwaitis sind sehr gastfreundliche Leute und für andere Kulturen offen.

kuwait am 25.12.13 10:28, kommentieren

Feiern in kuwait

Wir hatten heute 18°C bei Sonnenschein. Ein wunderbarer Tag. Unser Chef verabschiedet sich in die Pension. Es ist üblich, das die Abschiedsfeier von den Angestellten finanziert werden und ein Kollege organisiert das Essen. Der Rest wird nett verpackt und dem Gratulanten übergeben. Aber in diesem Fall hat es die Firma bezahlt. Es war ein sehr gutes Buffet mit allen lokalen Speisen wie z.B. Huhn, Lamm, Schaf, Fische, Gemüse, Eis und Nachtisch,...es war wirklich gut. Das bedeutet für mich, dass ich am Abend meinen Workout verdoppeln muss. Aja, zum Trinken gibt es gepresste Natursäfte wie Kiwisaft, Erdbeersaft, Apfelsaft, Birnensaft,..., aber natürlich keinen Alkohol. Wir konnten im Freien Essen und trinken. Ich hatte schon wirklich Frühlingsgefühle - es war eine sehr nette Fete. Ein Kollege hat einen Videofilm vorbereitet, um Erinnerungen wachzurufen. Ging bei mir nicht, da ich noch zu kurz da bin.

kuwait am 18.12.13 22:11, kommentieren

residential Visa

Heute hatten wir 14°C mit Sonnenschein. Naja, jetzt wird es Zeit von Kurzarm- auf Langarmhemd umzustellen. Um mein langersehntes residential Visa zu bekommen brauche ich einen Stempel in meinen Pass, da ich bis jetzt nur ein work Visa habe und dies sofort verfällt, wenn ich das Land verlasse und damit müsste ich wieder von vorne beginnen. Alles lauft soweit gut und HR hat vor einer Woche meinen Pass bei der Behörde abgegeben. Leider finden die aber in ihrem System meinen Fingerprint nicht. Falls sich das nicht bis Morgen klärt bekomme ich bis Mitte Jänner keinen Pass zurück und kann daher nicht ausreisen. Vermutlich wird es auch so passieren. Sobald sie alles gefunden haben kommt ein grosser Stempel in den Pass und ich kann für die civil ID-Karte ansuchen. Erst dann könnte ich um einen kuwaitischen Führerschein ansuchen. Ich selbst habe mich schon auf Weihgnachten in Kuwait eingestellt. Einen kleinen Weihnachtsbaum habe ich schon. Weihnachten sind hier normale Arbeitstage. Unsere Firma gibt uns am 25. Dezember frei. Am 24. ist ein normaler Arbeitstag. Am 1. Jänner werde ich auch frei haben. Ich finde es als eine respektvolle und nette Geste gegenüber unserer Kultur, dass wir diese Tage frei haben, da diese Tage für die einheimische Bevölkerung nichts bedeuten. Allen christlichen Kollegen die heim fliegen wünschen die Araber schöne Weihnachten. Irgendwie finde ich es sehr berührend, da ich ja weiss das dieses Fest Arabern nichts bedeutet.

kuwait am 17.12.13 20:28, kommentieren

Ausstattung der Mietwohnungen

Heute hatten wir 14°C und einen kühlen Wind bei Sonnenschein. Interessant ist die Standardausstattung einer Mietwohnung hier. Möblierte Wohnungen kosten in Kuwait ca. 450 bis 550 KWD. Ausgestattet sind sie üblicher Weise mit Großbildschirm, Sat, DVD Player, Bettbank, Kästen, Tische und Betten, sowie eine moderne Küche. Internetanschluss ist hier Standard. Der Anschluss ist recht flott. Auch wird hier beim Internet eine Fixadresse vergeben, das eine eigene Wolke (Webserver, Fileserver) ermöglicht, der von außen per Internet ansprechbar ist. Die Wände sind in weiß oder hellgelb gestrichen. Die Bäder bzw. das WC ist einfach gehalten. Die meisten Wohnungen sind durchgehend gefliest. In der Wohnung gibt es eine Klimaanlage die kühlt und heizt. Leider haben sie hier diesen amerikanischen Steckdoseneinsatz. Für alle unsere Geräte benötigt man einen Adapter. Grundsätzlich gibt es in jedem Wohnungsbau einen Fitnessraum (Kraftkammer) und ein Schwimmbecken zum abkühlen im Freien. Fixtelefon gibt es auch. Die SAT-Anlage gibt etwas weniger her als sie im ersten Moment verspricht, da in Kuwait nur der Hotbird Satelit angepeilt wird, d.h. ARD, ZDF, RTL, RTL2, Arte und aus. Naja, zuviel fernsehen soll man ja nicht, aber viel Ablenkung gibt es ja hier nicht. Schön langsam habe ich mich an die Abläufe hier gewöhnt und es kommt schon ein wenig Routine in die Arbeit. Samstag Waschtag, Sonntag Bügeltag. Gott sei Dank räumen die Putzfrauen auf und saugen. So nach meiner Erfahrung gibt es nach ca. 4-8 Wochen diese Kasanierungsdepression bzw. die ersten Trennungserscheinungen, d.h. es fehlen einem die Leute die man mag. Ich bin jetzt 4 Wochen da und ich muss leider sagen - es fehlen mir schon ziemlich alle die ich mag. Gott sei Dank weis ich auch, dass man dies nach einigen Wochen überwindet und trotz Trennungsschmerz vernünftig leben kann. Jobmäßig beginnt jetzt alles wirlich zu laufen und schön langsam komme ich rein. Die gestellte Aufgabe ist nicht einfach, aber ich bin zufrieden und zuversichtlich. Wie immer sehe ich das Potential.....

kuwait am 16.12.13 21:44, kommentieren

Shopping

Heute hatten wir windige 25 Grad  bei Sonne. Am Wochenende habe ich mir endlich die größte Einkaufsstrasse in Kuwait angesehen - Avenue Mall. Die Einkaufscity ist unvorstellbar groß und ich war bei dieser Menge an Geschäften und Kneipen, Restaurants, etc. überwältigt. Ich habe mich vorwiegend für Technik interessiert. Sie ist ewig lange zu gehen, klimatisiert und mit riesigen Palmen dekoriert. Es gab auch einen riesigen Ikea dort - ich konnte nicht einmal gehen so voll war der Ikea. In etwa wie unser Cosmos gibt es dort den Electronics. Eigentlich bekommt man hier alles - von Küchengeräten, Hifi, Computer, Sat, etc. alles was ein Herz begehrt. Einen riesigen Apple Store habe ich auch gefunden und für Hifi Liebhaber ein eigenes BOSE Geschäft. Kleider- und Schuhgeschäfte ohne Ende. Ich frage mich die ganze Zeit wieso es so viele Kleider und Schuhgeschäfte gibt, da ja ein doch erheblicher Anteil der Frauen verschleiert geht. Geld wird hier in rauen Mengen ausgegeben. Kleider dürften teurer sein - Elektronik in etwa wie bei uns oder billiger. Jedes Geschäft hat Sicherheitsleute. Ein Seitenteil der Einkaufsstrasse ist den wirklich Reichen gewidmet. Die Produkte sehen ähnlich aus, aber der Preis ist ein anderer. Vielleicht kenne ich nicht den Unterschied. Vielleicht eine interessante Bemerkung am Schluss. Grundsätzlich gibt es hier Markenprodukte, d.h. bei Aktionen sind diese verbilligt. Asiatische Nachbauten habe ich hier nicht gesehen. Pizza Hut schmeckt wie bei uns - ist sehr gut. Taxifahren ist hier relativ günstig. Ich bin ca. 45 Minuten gefahren und habe 3 KWD bezahlt.

Eine kritische und philosophische Bemerkung noch zum Schluss. Irgendwie ist hier die Mentalität der Ausbeutung sehr verbreitet. Es zahlt jemand und der andere hat ohne zu fragen zu arbeiten. Dass sich dabei bei den Arbeitern eine Mentalität der Ignoranz entwickelt hat, wundert mich nicht. Vielleicht ist es nicht die Mentalität der Inder und Parkistani, sondern eine Frage des überlebens. Die gewerkschaftlichen Grundrechte sind hier nicht stark, obwohl es eigentlich ein Gesetz gibt. Man zahlt für 40 Stunden, aber arbeiten sollte jeder 50-60 Stunden. Gerechtigkeit kann man hier nicht erwarten, da jeder hier mehr verdient als zuhause - auch ein Inder mit 300 KWD (750 euro) pro Monat.

kuwait am 15.12.13 20:48, kommentieren

Temperatur

Heute hatte es 25 Grad, also nach dem kalten Mittwoch ein angenehmer Wochenausklang. Hier ist man auf tiefe Temperaturen nicht geruestet. Bei tiefen Temperaturen friert man im Office. Bin happy das es sich nach dem kalten Tag wieder erholt hat.

Am Wochenende werde ich mir die City etwas genauer ansehen. Heute habe ich im Office ein Fixtelefon und eine Telefonwertkarte fuer das Handy bekommen - hier dauert alles etwas laenger. Naechste Woche sollte ich endlich die Civil ID und mein Handy bekommen. Hier bekommt man auch Smart-phones (Samsung oder i-phone), das Internet ist aber auf 2GB begrenzt und man zahlt privat 5 KWD. Will man 9 GB Internet zahlt man 9 KWD.

kuwait am 12.12.13 16:09, kommentieren

Regulierungen

Heute hatten wir 11°C und für Kuwait sind das richtig tiefe Temperaturen. Dieses Land ist in vielen Bereichen überreguliert. Wenn eine Baugrube tiefer als 1,10m ist, müssen die Arbeiter einen Fitnesstest nachweisen, damit sie in der Lage sind die Baugrube zu verlassen.

Ich musste heute nach meinen vielen Gesundheitstest einen Blutgruppentest durchführen. Überraschender Weise hatte ich wieder die Gleiche Blutgruppe, wie seit meiner Geburt. Ab Morgen habe ich nun alles, um die Civil ID-Karte zu bekommen. Wie gesagt bis zum 15.12.2013 muss alles erledigt sein, andernfalls bekomme ich die Karte und meinen Pass erst Mitte Jänner 2014, d.h. ich kann zu Weihnachten auf keinen Fall ausreisen.

kuwait am 11.12.13 17:48, kommentieren

Heute brauchte ich ein langärmiges Hemd. Es gab 12°C und war kühl.  Es gab heute die Präsentation der Geschäftszahlen vom FY 2013. Eigentlich klingt hier alles super. Kuwait war vor dem Zusperren und jetzt ist keine Rede mehr davon, da wir im Cluster knapp an der 2. Stelle sind und wie es scheint nächsters Jahr Nummer eins im Cluster. Der mittlere Osten und Asien ist stark im kommen. Die Ausschreibungen sind sehr aufwendig, aber machbar. Die Araber sind hart, aber gegenüber uns Europärer bringen sie Respekt auf und achten uns als Fachleute. Ich habe das Gefühl das sie uns liegen, trotz ihrer Direktheit und Härte. "Sie wissen auch das wir diese Küsserei nicht wollen" und akzeptieren das. In den Meetings sind sie sehr diszipliniert und sprechen nur Englisch. Sollte jemand aus der Rolle fallen und arabisch sprechen, stoppt ihn der Kunde und spricht in Englisch weiter. Diese Disziplin kenne ich so nicht. Pünktlichkeit ist eine der angenehmen Eigenschaften der Araber. Während der Meetings gibt es Kaffee, Tee oder Wasser. Snakes gibt es grundsätzlich nicht, egal wie lange das Meeting dauert. Überraschender Weise sind in der Technik überwiegend Frauen als Führungskräfte eingesetzt, das für uns sehr ungewohnt ist. Die Fachkompetenz ist sehr gut. Araber sind grundsätzlich gute Techniker und denken im Projekt mit.

Die Araber sind sehr gepflegte Männer. Es gibt praktisch keine Araber die nicht auch Duftwasser verwenden. Die Haare müssen perfekt sitzen und wenn ein Spiegel da ist findet man die Männer davor. Wenn die Araber "Normalgewand" anhaben so ist dies modisch und elegant. Eigentlich haben sie Geschmack. Ich würde sagen sie sind im Schnitt etwas kleiner als bei uns, aber dafür etwas stämmiger. Junge Männer sind sehr schlank. Ab 40. Jahr haben die Meisten einen kleinen Bauch. Auch können Araber temperament haben - wie Südländer. Gewalttätigkeiten z.B.: beim Autofahren habe ich nicht erlebt. Ich denke die Masse der Leute hier sind viel weniger aggressiv als bei uns. Extremisten sind vielleicht gefährlich, aber das ist überall, egal welche Kultur und Mentalität.

kuwait am 10.12.13 16:19, kommentieren

Kultureller Umgang miteinander

Heute gab es einen Temperatureinbruch und wir hatten 20°C. Trotzdem waage ich mich an ein neues interessantes und heißes Thema heran. Wie ist das kulturelle Verhalten zwischen den einzelnen Arabern und -innen. Grundsätzlich darf ein Mann einer Frau nicht direkt in das Gesicht sehen. Man sieht sie kurz an (1-2sek.) blickt auf ihre Füße und grüßt sie. Mehr als 3 Sekunden gillt als Anmache. Grundsätzlich gibt man hier einer Frau nicht die Hand und stellt auch keine persönlichen Fragen. Sie führt das Gespräch. Führt der Mann das Gespräch dann ist es aufdringlich. Da die verschleierten Frauen wenig Möglichkeiten haben spielen sie mehr mit den Augen. Manche Frauen reichen auch die Hände - ist aber sehr selten. Wenn eine Frau einen Mann sympatisch findet, schenkt sie ihm Kleinigkeiten (Zuckerl). Das sind unverbindliche Zeichen. Bei Sympatie leuchten die Augen, die man schielend erblickt, aber nie im Augenkontakt. 

Sehr interessant ist das Verhalten der Männer. Kurz nach dem ersten Kennenlernen wird man mit den Vornamen angesprochen. Wir Ausländer haben einen kleinen Vorteil, dass trotzdem immer ein kleiner Respektabstand bleibt. Wenn sich beide Männer etwas besser kennen, dann küssen sie sich beim Treffen auf die Wangen. Schaut für uns ein bischen schwul aus. Ist der andere Mann ein Vorgesetzter so reiben sie nur die Nase, wobei sie sich mit der Stirn berühren. So ähnlich würde ich mir das auch bei Eskimos vorstellen. Ich habe schön blöd beim ersten Mal geschaut. Vorher geben sie sich die rechte Hand und die linke ("schmutzige Hand"  wird locker auf den anderen Arm gelegt oder auf seine Schulter. Aja, wie geben sich Araber die Hände. Bei uns drückt man anständig zu, um seinen starken Charakter zu zeigen. Bei den Arabern ist ein starkes Zudrücken unfreundlich, da es Unterdrückung zeigt. Sie geben sich die Hände ohne Händedruck - wir würden sagen etwas "warm"". Sehr unangenehm für uns, aber man gewöhnt sich daran. Teilweise streicheln sich die Araber im Gesicht und am Arm. Diese Art der starken Nähe und Zärtlichkeit ist für uns ungewohnt und teilweise sehr irritierend. Aja, die schmutzige Hand. Neben dem Wasserkloset gibt es noch immer diese "italienschen WCs" mit einem Loch und Dusche. Dieses WC wird gerne von den Arabern benutzt. Zur Säuberung wird die linke Hand verwendet - also die unreine Hand.

Interessanterweise sieht man in der Öffentlich nur die Zärtlichkeiten zwischen Männern, aber nicht zwischen Männern und Frauen. Ist ja klar, weil es verboten ist. Dies darf nur im Verborgenen und in dunklen Räumen erfolgen.....

kuwait am 9.12.13 20:44, kommentieren

Büroaltag im MEW

Heute hatten wir 23°C und Sonne. Heute besuchte ich zum 1. Mal McDonald in Kuwait City. Schmeckt wie in Österreich. Ich hatte heute auswärts einen Termin im MEW (Minsterium für Energie und Wasser). Von außen sieht das Gebäude richtig toll aus, aber ist man in den Bürogebäude ist man schockiert. Jeder Arbeitsinspektor würde das Gebäude sofort schließen. Nicht etwa weil es so furchtbar aussieht, sondern weil soviel Menschen auf einen Platz arbeiten. Ich habe das noch nie gesehen. Auf einen Schreibtisch sitzen 4 Leute. Jeder der mich kennt, weiss das ich einen Tisch ziemlich anräumen kann, gescheige denn das hier 4 Leute Platz haben. Aber clean Desk habe ich auch dort nicht gesehen. Interessanter Weise ist der Chef vom MEW eine Frau. Diese Position ist eine politische Position die indirekt vom kuwaitischen Herscher bzw. vom Minister vergeben wird und dadurch das es hier Vetternwirtschaft gibt bekommen solche Positionen Verwandte oder erhabene/adelige Familien.

Wie gesagt bin ich im Anschluss in einer der Mall's essen gegangen. Zu meiner Überraschung steckten mir einige weibliche Chinesen Telefonnummern zu. Mein Kollege lachte und erzählte mir das diese Frauen einen "Sponsor" suchen. Das sind eingewanderte Chinesen- und Inderinnen die hier alleine leben und auf der Suche nach einem Mann sind. Sie bieten sich mit der Vergabe von Visitenkarten an Männern zwischen 30 und 50 an. Sie sind keine Prostituierten und wollen einen Mann und auch Kinder. Der Zugangang für diese Art der Partnersuche ist etwas eigenartig für mich.

Zurück im Büro hatte ich ein Meeting. Also zusammengefasst kann man sagen, das die Meetings hier sicher nicht kürzer sind. Teilweise muss man hier richtig mit dem Schlaf kämpfen. jeder teilt sich hier gerne mit und präsentiert gerne seine Arbeit....

Aja, das neue Officekonzept wird hier nicht gelebt. Auch clean Desk ist hier nicht bekannt......

kuwait am 8.12.13 20:19, kommentieren

Das Wetter ist winterlich, also ca. 22°C. Am Wochenende habe ich mich um mein körperliches Wohl kümmern müssen und habe mich im Supermarkt umgesehen. Früchte gibt es dort - mehr als ich kenne. Die Zwetschken schmecken so ähnlich wie unsere Ringlotten mit einem winzigen Kern. Pfirsiche sind wesentlich kleiner und sind nach ca. 2 Tagen kaputt. Es gibt hier viele kartoffelähnliche Produkte, die ich aber nicht kenne. Beim Einkauf ist es lustig den Einheimischen zuzusehen. Die Frau läuft vor und begutachtet die Ware. Mann und Kind blicken auf die Augen der verschleierten Frau. Sie nickt und der Mann stürzt auf die Waren und packt sie ein. Die Kinder schieben den Einkaufswagen. Praktisch kommen alle mit Auto zum Einkaufen - ich denke ich war der Einzige der hier zu Fuß kam.

Anders stellt es sich bei den Besuch in der Moschee statt. Der Mann geht mit den Kindern an der Hand vor und die Frau geht als Nachgefolge ca. 2 m hinter der Familie. Frau und Mann haben schwarze und weiße Gewänder an. Die Kinder sind mit normaler Straßenkleidung bekleidet. Bei den Strenggläubigen sind auch die Kinder in weiß bzw. schwarz bekleidet. Ich habe das Gefühl, dass hier die Kinder genauso wenig in Kirche gehen wie bei uns.

Zum Abschluss noch eine lustige Geschichte. In meiner Wohnung gibt es ein Bügeleisen. Soweit so gut. Nur ist dieses total verkalkt. Ich grabe in den tiefen meines verstaubten Wissens und da fällt mir ein dass man dieses Problem mit Essigwasser löst. Ich gehe also heute in den Supermarkt. Blöderweise fällt mir aber nicht das englische Wort für Essig ein, aber ich weiß natürlich das man Essig aus Wein macht. Ich versuche der Verkäuferin zu erklären dass ich ein Produkt aus Wein brauche. Sie wiederholt mehrmals das es in Kuwait keine Weinprodukte gibt. Schließlich habe ich mich selbst durchgewählt und auch gefunden - Apple Vinegar wärs gewesen.

kuwait am 7.12.13 17:03, kommentieren

Transport und Arbeitszeit

Heute hatten wir 22°C, also Winter. Gestern am Abend hat mir die Transportgesellschaft mitgeteilt, dass ich heute um 07:00 am Hafen sein muss, um meine Ladung zu löschen. Nein, sie brennt nicht. Ich habe mein Zeug (Gewand, Bücher, Hobbysachen,etc..) vor ca. 8 Wochen versandt und wie es aussiehtist es endlich mit dem Schiff angekommen. Ich hatte hier in Kuwait für 10 Tage Gewand mitgenommen, damit das Fluggewicht moderat ist. Geplant war, dass ich eine Woche überlebe und am Wochenende meinen Waschtag habe. Naja, ich fahre also hin und schau natürlich im ersten Moment blöd, als sie meinen Pass verlangen. Ja, der Passs...der ist in irgend einem Ministerium, damit ich noch vor dem 15.Dezember mein Residential VISA bekomme. Kurz gesagt ich habe es dem Zollbeamten klar machen können, dass eine Kopie fast so gut ist wie der Originalpass und das Original (ich) sowieso da ist. Kurz gesagt ich habe meine 10 Kartons bekommen. Ein neues Lebensgefühl wieder genügend "Wäsche" zu haben und am Wochenende werde ich mich wieder wie ein Mensch fühlen wenn ich lesen und "basteln" kann. Eine kleine Leidenschaft von mir ist Elektronik.Im Anschluss daran bin ich ins Büro, um auch noch ein bischen zu arbeiten.

Eine nicht-kuwaitische Kollegin im HQ-Kuwait ist mit einem Kuwaiti verheiratet. Es ist schon oft schwierig bei gleicher Kultur, gleicher Sprache, dass man zusammenpasst. Das größte Problem in Kuwait ist nicht die Kultur, auch nicht die Sprache und schon gar nicht der Unterschied zwischen Männer und Frauen. Sie erzählte mir, dass eines der größten Problem die Religion ist. Na, ich habe schön blöd geschaut. Im 21.Jahrhundert kann doch nicht die Religion ein Problem sein. Ein wichtiger Punkt ist, dass sich Kuwait nach der arabischen Zeitzählung im Jahr 1434 befindet, also im Mittelalter. Ihr Mann hat ihren Glauben akzeptiert und war auch nicht ein streng gläubiger Islamist. Nach einigen Jahren hat sich das aber umgedreht und er besteht darauf das sie sich zum Islam bekennt. Naja,...

Ab 15.Dezember sperren alle Behörden zu und öffnen erst wieder im neuen Jahr. Sowas wie Weihnachtsferien ohne Weihnacht, da es hier ja keine Weihnachten gibt. Wir haben hier am 25. Dezember frei und auch am 1. Jänner. Das Positive darin ist, dass der Weihnachtsspeck sich nicht wirklich ansetzen kann, weil man nicht zu Hause ist. Ich befürchte ich habe die besten Feiertage im Oktober verpasst.

Die Arbeitszeit ist hier sehr interessant. Die offizielle Arbeitszeit ist von 08:30 bis 16:30, also 5x 8 Stunden. Mittagessen ist hier nicht üblich. Theoretisch dürfte man max. 10 Minuten essen, aber geruchlos - egal wie man das versteht. Für mich wäre das keine grosse Herausforderung ein Menü in 10Min. zu essen.  In der Regel isst aber keiner, also versuche ich mich an die Gewohnheiten anzupassen und nur Obst am Tag zu essen. Zum Arbeiten ist Zeit, d.h es ist Zeit die Arbeit zu tun. Überstunden müssen 1 Monat vorher angemeldet werden. Ich habe es besser, da ich überstunden machen darf, aber keine Überstunden verrechnen darf. Im Schnitt arbeite ich von 08:00 bis 18:00. Aufgrund dessen, dass es hier einige compliance Fälle gab, wird hier alles sehr formal und kompliziert abgewickelt. Vieles ist hier wesentlich strenger gehalten, als wie es wir gewohnt sind

kuwait am 5.12.13 17:37, kommentieren

Das Essen in Kuwait

Heute war es sonnig und warm ca. 23°C. Wie üblich bin ich mit kurzarmigen Hemd in die Arbeit gegangen. Für die kuwaitische Bevölkerung sind das Wintertemperaturen, d.h. sie gehen mit Matel und Jacke herum.

Das Essen ist hier sehr vielseitig und preislich gibt es enorme Spannen. Man kann hier kuwaitisch, europäisch, chinesisch, taiwanesisch, syrisch, ägyptisch, libanesisch, koreanisch essen. Es gibt natürlich auch Fast-food Ketten wie McDonald und Burger King, die relativ teuer sind ca. 7 KWD pro Menü. In noblen Restaurants zahlt man ca. 30-40 KWD pro Essen. In unscheinbaren Lokalen isst man oftmals sehr günstig und gut. Zusammengefasst kann man hier von einer sehr hohen Qualität in den Restaurants sprechen. Ich habe noch nie schlechtes Essen gegessen, wobei ich selbst sehr heikel beim Essen bin.

Das Einkaufen im Supermarkt macht natürlich Spass. In jeden Wohnblock in Kuwait gibt es einen großen Supermarkt in dem alle lebenswichtige Sachen zu kaufen sind. Die Waren sind in arabisch und englisch angeschrieben. Frischmilch, Butter, Jogurt, Spagetti, etc... bekommt man. Schweinefleisch und Alkohol ist nicht käuflich erwerbbar. Der Käse ist nicht für unsere Geschmaksnerven gemacht - war furchtbar für mich. Da in der Wüste nichts wächst wird praktisch alles importiert und ist naturgemäß teurer (ca. 2-fach). Brot gibt es hier nicht so wie wir es kennen. Es ist eine Art Fladenbrot und schmeckt nicht so schlecht.

In Kuwait gibt es einige Mall die unvorstellbar groß sind. Einige km lang und einige km breit. Diese sind mehrstöckig und klimatisiert. Praktisch spielt sich das Leben der kuwaitischen Bevölkerung in diesen riesigen Einkaufscenter ab. Die meisten Kuwaiti gehen keiner Arbeit nach, da sie durch das Land Unterstützung bekommen und gut damit leben können. Frauen dürfen in Kuwait einen Führerschein machen, sobald sie verheiratet sind und Kinder haben, ansonsten muss der Sponsor(offizielle Bezeichnung für ihren Mann) sie in die Einkaufscenter führen. Wenn man das alles so hört und Mann ist, dann ist man im ersten Moment amüsiert, aber eigentlich ist das alles nicht in Ordnung und das sagen auch einige Araber gegenüber uns.

kuwait am 4.12.13 18:44, kommentieren

Wie finden sich Pärchen

Heute hatte es 26°C und bei Sonnenschein. Ja, heute wage ich mich vorsichtig an ein heikles Thema, nähmlich wie sich in in Kuwait die Pärchen finden. Gleich Vorweg - komplett anders als in unserer Kultur. Es gibt hier keine gesellschaftlichen Treffs die gemischtgeschlechtlich sind. Egal wo und egal was, Frauen werden von Männern separiert. Sobald ein Mädchen die Regel bekommt wird es in den konservativen Familien verschleiert, da sie ab nun eine Frau ist und keine Männer erregen darf - Ausnahme der Ehemann. Hände darf einer Frau nicht gerreicht werden - berühren ist nur dem Ehemann vorbehalten. Es gibt natürlich auch viele westlich orientierte Kuwaiti, aber im Grunde haben alle eine traditionelle Einstellung. Alles ist geschlechtlich getrennt (Fitness, Masage, Bad, sogar Schalter auf der Behörde, etc...). Kennenlernen ist also sehr schwierig. Die stark traditionellen Familien bzw. das Familienoberhaupt bestimmt den Zukünftigen, aber soweit es mir erzählt wurde ist das eher selten in Kuwait. Ja wie funktioniert denn das...Die Auflösung ist simpel und eigentlich für uns unvorstellbar. Wenn ein Mann eine nette Frau enteckt die ihm gefällt, steckt er ihr ohne große Worte die Telefonnummer zu und jetzt wird es lustig - auch umgekehrt. Dabei werden oftmals kaum Worte gewechselt. Treffen dürfen dabei in der Regel nur geheim erfolgen, da es als Schande angesehen wird. Wir konnten beim Mittagessen beobachten wie ein Mann mit einer Eisenstange geschlagen wurde, weil er vorher mit einem Mädchen etwas enger zusammen war. So mancher Ausländer ist schon vom Hochhaus gestürzt, weil er sich in eine kuwaitische Frau verliebt hat.

Eine zweite Variante sich kennenzulernen ist im Straßenverkehr. Sie fahren etwas länger nebeneinander bis einer den Mut hat die Telefonnummer zu wechseln. Ja, jede Kultur findet seine Wege um irgendwann den passenden Partner zu finden.

Wenn sich nun 2 Menschen gefunden haben kann das bis zum Lebensende sein oder auch nicht. Der Mann hat das Recht nach dreimaligen Aussprechen des Scheidungswunsches sich von seiner Frau zu trennen. Die Frau muss sich an das Gericht wenden und einen mehrjährigen Prozess mit unsicherem Ausgang über sich ergehen lassen. Sie muss nachweisen, dass ihr Mann nicht seinen Pflichten nachkam. 1x dürft ihr Raten welche Pflichten das sind. Es gab einen lustigen Scheidungsfall hier, indem die Frau vor Gericht berichtete, dass der Mann im Schlaf 3x den Scheidungswunsch aussprach. Der Mann wollte sich aber nicht scheiden lassen und die Scheidung wurde abgelehnt.

Geschiedene Frauen sind an diese hohen moralischen Ansprüche nicht gebunden und sind dadurch oft den Männern ausgeliefert, die diese Situation ausnützen.

Die körperliche Nähe zwischen Männer ist für unseren Geschmack zu viel und ist für hetro-Männer zu viel. Die Männer berühren sich und küssen sich. Es ist eine andere Kultur.  

kuwait am 3.12.13 20:25, kommentieren

Polizei in Kuwait

Heute hatten wir ca.23°C, also ein kuwaitischer Winter. Ja, die Polizei in Kuwait hat einen interessanten Ruf. Normalerweise sollte die Polizei Chaos verhindern - in Kuwait verursacht die Polizei Chaos. Bei allen automatisch geregelten Ampeln fließt der Verkehr. Sobald ein Polizist regelt, gibt es wirklich km-Stau. Es sind dann 45 Min Stau keine Seltenheit. Gestraft wird knochenhart, d.h z.B. zu schnell fahren. In Kuwait sind max. 120 km/h erlaubt oder weniger. Pannenstreifenfahren wird mit 20KWD bestraft. Es bringt nichts mit der Polizei zu diskutieren, da man sonst im Gefängnis landen könnte. Da gibt es schon einschlägige Erfahrungen meiner Kollegen. Die Polizei beobachtet den Fließverkehr auf den Autobahnen. Auch gibt es viele Radargeräte hier - Schnellfahren bringt hier nichts. Falls jemand wesentlich zu schnell fährt könnte er auch aus dem Land gewiesen werden. Das Melde- und Strafregister ist in Kuwait zentralisiert, d.h. bei einer Ausreise merkt der Zollbeamte, dass noch Strafen offen sind die dann sofort zu begleichen wären, ansonsten wird die Ausreise verweigert. Wenn das Visum abgelaufen ist muss für jeden überfälligen Tag Strafe bezahlt werden. Ich denke in diesem Punkt könnte man etwas von den Kuwaitis lernen.

kuwait am 2.12.13 19:39, kommentieren

Bank - Gesundenuntersuchung - Fingerprint

Heute war es etwas kühler ca. 17°C.
In der Früh holte ich mir meine Kontokarte beim NBK-Berater in der Filiale ab. Soweit so gut, aber ich will natürlich einen Onlinezugang. Der nette Betreuer war mir bei der Erstellung des Kontos behilflich. Das Konto muss auf der NBK.com Internetseite erstellt werden. Jeder muss 5 Fragen beantworten (z.B.: Lieblingswagen, Geburtsort der Mutter,etc...), um bei Problemen einen Zugang zum Konto zu haben. Jetzt muss nur noch das Onlinebanking per telefon aktiviert werden und damit zum Buchen freigegeben werden. Folgende Fragen bekommt man am Telefon gestellt: Name der Filiale, Kontonummer, lokale Wohnadresse, Heimatland, Firmenname, civil-ID, lokale Telefonnummer. Aufgrund dessen das mein Work-Visa noch läuft und ich keine civil-ID habe, konnte ich das Onlinebanking nicht aktivieren. Interessanter Weise kann man das Passwort des Onlinezuganges selbst wählen. Ich kann jetzt online meine Kontobewegungen beobachten, aber nicht buchen. Standardmäßig kann man von Kuwait 2.500 KWD pro Monat transferieren.Ein monatliches Überweisen macht nicht immer Sinn, da es Währungsschwankungen gibt und man natürlich erst überweisen sollte, wenn der Wechselkurs über dem statistischen Mittelwert liegt. Interessanter Weise kann man den Bankomat-PIN direkt beim ATM ändern.

Ja, der Fingerprint wurde eingeführt, da die Verbrecher nur unter den Ausländern zu finden sind. Also ich bin ein Ausländer und daher fahren wir zum MOI. Nach Stempelung unserer Kopien (Pass, VISA) bekam ich ein Dokument für die Gesundenuntersuchung. Nach ca. 30 Minuten Wartezeit wurde mir mit einem Hi-Tech Computer die Iris fotografiert und im Anschluss daran digital alle 10 Finger gescannt - man kann ja in Kuwait auch Finger verlieren habe ich gehört - Scherz. So weit so gut - das habe ich erledigt.

Im Anschluss daran bin ich zur Blutabnahme gefahren. Das bedeutet: Nummer ausfassen, 10KWD zahlen, warten, warten, beim Schalter aufgerufen werden und alle Kopien (Pass, Visa, Antrag) abgeben. Der Schalterbeamte klebt die 10KWD-Marke in den Pass und stempelt ihn. Auch wird das VISA gestempelt (dreieckger Stempel). Bereit zum Blutabnehmen. Naja, das war nicht die Krönung des Tages. Ein Lehrling hat mir das Blut abgezapft und sich verstochen. Das ist jetzt zum ersten Mal in meinem Leben. Also her mit dem zweiten Arm....Mit doppelten verbundenen Armen bin ich raus aus dem Blutlabor und auf zum Röngten. Leider sind diese Lokalitäten nicht nebeneinander und man fährt ca. 10 Minuten. Nach der Anmeldung dauert es ca. 15 Minuten und man ist fertig. Beide Befunde kann man ca. nach 10 Tagen abholen und mit dem Firmenantrag zur Behörde schicken, um endlich die ID-Karte zu bekommen. Ich glaube für diese kuwaitischen Behörden braucht man schon Geduld und einen Kuwaiti der sich auskennt.

kuwait am 1.12.13 19:33, kommentieren

Ausländer in Kuwait

Heute hat es 25°C gehabt - sehr angenehme Temperatur.
Ich habe mir die Frage gestellt, welch Ausländer arbeiten hier in Kuwait? Mein erster Eindruck ist sehr interessant. Es gibt verschiedene Gruppen von Ausländern. Da gibt es die Inder und Parkistani, die hier um 300 KWD und weniger arbeiten. Um 150 KWD kann ein Inder die gesamte Großfamilie(Frau, Kinder + Großeltern) in Indien ernähren. Auf der anderen Seite gibt es die europäischen Spezialisten, die nicht wegen der Landschaft hier sind, sondern um Geld zu verdienen. Es ist aber auch eine nicht zu unterschätzende Gruppe der Ausländer ohne Wurzeln hier. Das sind Leute deren Eltern unterschiedliche Nationalitäten hatten. Diese Gruppe ist sehr flexibel und fühlt sich nirgends zugehörig. Fast alle Gruppen sind mit Familie hier. Viele Inder und Parkistani sind aus kostengründen allene in Kuwait. Da die Ausländer ca. 2/3 der Bevölkerung ausmachen, sind sie ein prägendes Bild in Kuwait.

kuwait am 30.11.13 14:44, kommentieren

Mein erster freier Tag

Heute ist mein erster freier Tag. 27°C klingt im ersten Moment gut, aber was stelle ich hier an ohne Auto. Ohne Auto ist man hier eigentlich abgeschnitten. Die nächsten interessanten Geschäft (PC, Bücher, ..) sind ca. 6 km weg. Also Taxi oder Öffis. Die öffentlichen Verkehrsmittel gibt es, sind aber nur für die arme Bevölkerung (Inder, Parkistani). Es wird nicht empfohlen diese zu benützen. Die Taxifahrten sind günstig und werden angeraten. Man bemüht sich hier Häuser zu bauen, aber die Umgebung mit den Sanddünen sieht schon trostlos aus. Man muss schon eine große Liebe zu Wüstensand und generell zu einer Wüste haben, damit die Umgebung ansprechend wirkt. Leider liegt auch hier der Mist teilweise auf der Straße und am Gehweg herum und die Behörde bringt das nicht wirklich in den Griff. Streunerhunde gibt es kaum und wenn, sind diese sehr verängstigt.

Heute habe ich den Fitnessraum im Haus getestet - eigentlich nicht so schlecht da es ja inklusive ist. Laufband, Stepper, Fahrrad, Gewichte und Universalkrafttrainingsgerät. Aja für die Bauchmuskeln gibt es auch etwas. Für die ersten Monate wird das reichen. Das Swimmingpool werde ich natürlich auch testen.

Gekocht wird hier in den meisten Wohnungen elektrisch. Die Bauweise der Wohnungen ist nett, aber wir wird würden sagen, dass es sehr schlampig ausgeführt ist. In jeden Block gibt es ein Fitnesscenter - natürlich sind Männer und  Frauen getrennt. Auch gibt es einige Massagesalone - natürlich auch getrennt.

Zu Fuß geht hier kaum wer - eigentlich fahren alle mit dem Auto. Ich werde oftmals wie ein Weltwunder angesehen, wenn ich mit meinen Einklaufstaschen nach Hause gehe.

Charakteristisch sind die großen Augen der Araberinnen. So kenne ich es nur in Europa von den kleinen Kindern. Die meisten Arabarinnen sind eher übergewichtig und entsprechen nicht dem mitteleuropäischen Schöheitsideal. Richtige für Europäer ansprechende Araberinnen gibt es sehr wenige, aber Frauen zu beobachten ist hier sowieso nicht erwünscht, da es als Anmache gewertet wird. Die Ehemänner gehen üblicherweise beim Einkaufen mit und unterstützen ihre Frauen, wobei sie sagt was einzukaufen ist und er zahlt. Teilweise wird über das Mobiltelefon gezahlt - ich habe noch nicht verstanden wie das geht.

kuwait am 29.11.13 15:48, kommentieren

Die erste Woche in Kuwait

Ja, die erste Woche habe ich geschafft! Die Temperatur hatte heute angenehme sonnige 22°C. Heute nach 3 Tagen bekam ich die Übersetzung meines Führerscheines von der österreichischen Botschaft. Dies erledigte der Firmenfahrer. Nur leider übergab er der Botschaft meine Rechnung (17 KWD) die der Botschaftsangehörige übernahm und ich dadurch nicht mehr abrechnen kann. Es ist manchmal so schwierig wenn die Beteiligten nicht mitdenken. Auch bestätigte heute das Außenministerium meine Übersetzung. Eigentlich wäre alles Bereit für einen kuwaitischen Führerschein nur wie gesagt warte ich auf die ID-Karte.

Im Job hatte ich ein "Welcome Meeting". Eigentlich eine sehr schöne Einführung, aber viel zu lange. Um 13:00 startete das Meeting mit CEO, CFO und allen Funktionären in Kuwait bis um 17:30. Teilweise musste ich mit dem Schlaf kämpfen. Im Anschluss daran gab es diese spezifischen kleinen Backwaren (Minipiza,...) und Getränke, sowie ein Foto und Smaltalk. Die ausländischen und inländischen Kollegen sind sehr offen und gut organisiert. Auch erscheint mir das die meissten hier sehr selbstbewusst agieren. Angst den Job zu verlieren dürfte hier niemand haben. Diese Angst hatte ich bei einigen Kollegen in Österreich doch ab und zu bemerkt. Eigentlich sehr interessant diese Furchtlosigkeit. Sehr selbstbewusst wird auch in den Meetings agiert. In unserer Firma wurde eine 24 jährige Engländerin aufgenommen. Für mich stellte sich sofort die Frage wieso eine Frau in einem arabischen Land arbeiten will. Aber scheinbar ist das vielleicht ein bischen die engstirnige Denkweise der Mitteleuropäer. Sie hat mir erklärt, dass Kuwait nach Abu Dabi noch das liberalste Land ist und aufgrund der Steuerfreiheit durchaus attraktiv für sie ist. Naja zur Familiengründung ist sie ja nicht nach Kuwait gekommen, oder wer weis vielleicht angelt sie sich einen reichen Kuwaiti. Die Mentalität ist schon sehr unterschiedlich und in diesem Fall müssten beide sehr tollerant sein. Wahrscheinlich müsste eine westliche Frau viel von ihrer gewohnten Identität aufgeben. Wie gesagt die Frauen schenken auch hier nichts den Männern und sind sehr selbstbewusst. "Mäuschen" und "Haserl" habe ich hier noch nicht getroffen. Männer und Frauen scheinen mir hier sehr selbstbewusst.

Zum Abschluss noch eine lustige Anektote. Wenn in meinem Wohnhaus der SAT Empfang nicht passt gehen die Leute aufs Dach und verstellen die SAT-Schüssel auf ihren Sateliten. Wieso ich das weiß...Plötzlich konnte ich keine deutschen Sender mehr empfangen und die Hausverwaltung hat die SAT-Anlage neu justiert. Dies machen sie mehrmals pro Jahr.

kuwait am 28.11.13 19:33, kommentieren